Wir Cyborgs - ein Kommentar zum FAZ Artikel vom 04.08.2019
Missverständnis Künstliche Intelligenz
Ein Artikel über künstliche Intelligenz im Feuilleton der FAZ? Eher ein unterhaltsamer Ausflug in die verschiedensten Visionen (oder Apokalypsen) von Zukunft.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kuenstliche-intelligenz-wir-cyborgs-16316404.html
Was mich aber dennoch – oder dadurch gerade animiert - veranlasst, auf einige meines Erachtens grundsätzliche Fehler im Sprachgebrauch und damit häufig auch in der Betrachtung und Akzeptanz von computergestützten Systemen hinzuweisen.
Diese Anmerkungen werden im Rahmen eines Artikels veröffentlich, da sie als Post die maximal mögliche Anzahl von Zeichen überschreiten – sonst hätte es auch ein Post getan!
Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist auch nach über 60 Jahren (wenn man mal die Dartmouth Conference von 1956 als Startpunkt dieser Begrifflichkeit nimmt) eine kontroverse Interpretation der Arbeitsweise algorithmenbasierter Systeme, der eher zur Überinterpretation und zu Fehleinschätzungen der Möglichkeiten sowie zu höchst zweifelhaften gesellschaftlichen und technischen Prognosen führt.
Wie schon in einem meinen früheren Kommentare erwähnt, findet man einen guten Fundus an realen Applikationen und Technologien hinter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ im „Periodensystem der Künstlichen Intelligenz“, zB vorgestellt auf dem Big Data Summit 2018 vom Bitkom von Stefan Holtel und Torsten Hartmann.
https://www.youtube.com/watch?v=N3E5L2aSZkM
Warum ist es mir wichtig, erneut auf die Technologien und die Applikationen hinter dem Schlagwort hinzuweisen? Weil es die Arbeit beim Einsatz von algorithmenbasierten Systemen - bei Data Analytics, beim Einsatz von Speech Recognition, Machine Learning, Deep Learning etc enorm erleichtern würde, nicht über eher Science-Fiction-hafte Begrifflichkeiten zu sprechen, sondern sich mit den realen Tools der Digitalen Transformation zu befassen.
Noch einmal zurück zum FAZ Artikel – unabhängig vom partiellen Einsatz neuraler Interfaces in speziellen Bereichen der Medizin, liegt das große Missverständnis in einer Idee wie zB die von Elon Musk in eben der Tatsache, algorithmenbasierten Computersystemen eine Intelligenz zuzusprechen, die dann auch noch mit der Intelligenz lebender, menschlicher Spezies kompatible wäre.
Im übrigen sehe ich auch den immer häufiger zitierte Turing Test als äußert diskutables Beweismittel für die Existenz einer „Künstlichen Intelligenz“.
Die Digitale Transformation und Algorithmen bieten exzellente Tools zur Lösung zahlreicher existierende Probleme und zum Aufbau neuer (Infra)Strukturen – mehr aber auch nicht. Wir sollten selbstbewusst genug sein, die neuen Technologien zu nutzen und nach unserem Bedarf zu gestalten, statt uns an Ihnen auszurichten.
Leider befindet sich der komplette Artikel der FAZ hinter der Paywall - vielleicht kann die FAZ diesen ja frei zugreifbar in Linkedin bereitstellen?!




